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Brust - Brustwiederherstellung

Brustwiederherstellung

Der Verlust der weiblichen Brust in Zusammenhang mit Krebserkrankungen oder chronischen Entzündungen, ist für jede Frau in jedem Alter nur schwer zu ertragen. Handelt es sich um eine Krebserkrankung kommt zur Trauer über eine lebensbedrohliche Situation, das Gefühl der Unvollständigkeit nach einer Brustentfernung. Während anfangs die Auseinandersetzung mit der Krebserkrankung und den u. U. notwendigen, belastenden und zeitraubenden Therapien den Blick auf den eigenen Körper verstellt, so ist doch nach 1 bis 2 Jahren, spätestens nach überstandenen Therapie, das Aussehen der Frau wieder mehr in den Vordergrund gerückt. Ob nun eine vollständige Brustentfernung (Ablatio mammae/Mastektomie) durchgeführt wurde oder eine so genannte brusterhaltende Therapie (BET) oft bestehen erhebliche Fehlformen oder ein deutliches Missverhältnis beider Brüste zueinander. Die plastisch rekonstruktive Chirurgie, die auch in einigen der neu gegründeten Brustzentren schon durch spezielle Ärzte vertreten ist, hat in den letzten Jahren aufgrund des ästhetisch formenden Ansatzes, zahlreiche Möglichkeiten entwickelt, um eine Brust aus körpereigenem Gewebe oder aus körperfremden Ersatzmaterial wiederaufzubauen. Natürlich wird niemals die originale Brust in ihrer Form und Funktion komplett wiederherzustellen sein. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es gelungen ist, Brustwiederherstel­lungen vorzunehmen, die den betroffenen Frauen wieder mehr Sicherheit, Selbstwert- und Körpergefühl verschaffen. Die Möglichkeiten der Brustrekonstruktionen/ Brustwiederherstellungen kann in 3 mögliche Kategorien unterteilt werden.

Die Wiederherstellung mit körpereigenem Gewebe

Nach langen Jahren er Weiterentwicklung von Operationen in der Plastischen Chirurgie stehen heute eine Reihe von operativen Möglichkeiten und Gewebeentnahmestellen zur Verfügung. Zum Standard in der Wiederherstellung entwickelt sich der so genannte DIEP-Lappen. Dies ist ein nur aus Haut- und Fettgewebe bestehender und von einer Arterie und Vene versorgter Bereich des Bauches, der mit den Mitteln der mikroskopischen Chirurgie an der Brust wieder an das Kreislaufsystem angeschlossen wird. Im Gegensatz zu früheren Verfahren, muss hierbei in der Regel kein Muskelgewebe in größerer Menge entnommen werden. Das führt dazu, dass das früher häufig beschriebene Problem der Bauchwandschwäche mit nachfolgenden Bauchwandbrüchen nur noch wesentlich seltener auftritt. Der Grund für die häufige Verwendung dieser Rekonstruktionsmöglichkeiten liegt darin, dass eine symmetrische Narbe im Unterbauch die einzige sichtbare Folge ist. Diese in Kombination mit einer deutlichen Verbesserung der Bauchkontur durch die gleichzeitig durchgeführte Abdominoplastik/ Bauchdeckenplastik führt zu einem optimalen ästhetischen Ergebnis. Andere Verfahren mit Eigengewebe - der SGAP-Lappen - hier wird ein Gewebestück vom oberen Gesäßanteil bis in die Hüfte hinein entnommen und an einer Arterie des Gesäßes gestielt verpflanzt bzw. die noch muskelhaltigen Lappen, wie der Latissimus dorsi Lappen (Rückenmuskellappen) oder der Muskel gestielt oder frei verpflanzte TRAM-Lappen (Bauchmuskel/Bauchfettlappen), haben entweder den Nachteil einer einseitigen Narbenbildung oder der oben beschriebenen Schwächung der Bauchwand. Natürlich sind diese Eigengewebeoperationen keine einfachen Eingriffe. Die Operationsdauer liegt zwischen 6 und 10 Stunden, je nach Methode und Aufwand. Auf Dauer liegen jedoch die Vorteile auf der Hand. Gelingt die Operation, so sind die Patienten mit eigenem, sicher einheilendem Gewebe ausgestattet und im Laufe des Lebens sind keine weiteren Operationen zu erwarten. Zur Brustwiederherstellung erfolgt der Gefäßanschluss, d.h. die mikrochirurgische Annaht der Arterie und der Vene des gehobenen Gewebestückes an den übrigen Körperkreislauf, in der Regel an der inneren Brustarterie, die unter den Rippen und vor der Lunge verläuft. Eine weitere Möglichkeit besteht im Anschluss an die Brustkorb-Rückenarterie, die aus der Achselhöhle herausläuft und dort einige Muskeln versorgt. Das Gewebe wird nach der aufwendigen Präparation zunächst in die Brust verlagert, dann erfolgt der Gefäßanschluss. Ist das Gewebestück gut durchblutet, wird es gemäß der Form der anderen Brustseite eingepasst und in den Brustbereich eingenäht. Im Bereich des Unterbauches erfolgt dann aufgrund der Gewebeentnahme notwendigerweise eine Bauchhautstraffung, die meist mit einer Muskelstraffung bzw. Fasziendopplung einhergeht. Selbstverständlich muss auch der Nabel, wie bei jeder Abdominoplastik neu eingepasst werden. Auch dies geschieht nach den modernsten Methoden der ästhetischen Chirurgie. Gelegentlich wird zusätzlich auch Fettgewebe aus den Flanken abgesaugt, um ein optimales Formergebnis zu erreichen.

Die Wiederherstellung mit Implantaten

Heute meist wieder Silikonimplantaten, sind mittlerweile ebenfalls sehr ausgereifte Verfahren. Das liegt zum einen daran, dass mit der Implantation von Brustprothesen mittlerweile eine über 30jährige Erfahrung besteht, was zu einer erheblichen Weiterentwicklung der Brustimplantate mit einer ebenfalls wesentlichen Qualitätsverbesserung geführt hat. Vieler Hersteller geben mittlerweile formell und informell eine lebenslange Garantie auf ihre Implantate. Die Hüllenbeschädigungen und das Auslaufen der Implantate sind heute quasi unmöglich. Der Vorteil eines Implantataufbaus besteht in wesentlich kürzeren Operationszeiten und geringeren Operationsrisiken. Sie sind jedoch nicht immer durchführbar. Ist z. B. nach einer Bestrahlung die Haut stark verhärtet oder aufgrund einer radikalen Operation der Weichteilmantel sehr dünn, so sind die Implantate nicht von langer Haltbarkeit, wenn sie überhaupt einsetzbar sind. Die Schaffung eines ausreichend großen Brusthautmantels über dem Implantat stellt ein weiteres Problem dar, das meistens unter Zuhilfenahme der so genannten Expansion/ Hautaufdehnungsmethode erreicht wird. Im Klartext bedeutet dies, dass nach einer vollständigen Brustentfernung zunächst eine glatte Brustoberfläche ohne Brustwarze entsteht. Im 1. Schritt wird als bei der Entscheidung für eine Fremdgewebewiederherstellung zunächst ein Expander unter Haut und Muskel eingesetzt. Dieser wird dann über Wochen oder Monate langsam mit Flüssigkeit gefüllt und dehnt die darüber liegenden Gewebe so aus, dass sie bereit werden zur Aufnahme eines entsprechend großen Implantates. Die Haut hat dabei die Fähigkeit durch Zellteilung sich der größeren Strecke anzupassen und dann tatsächlich nicht nur dünn und straff zu sein, sondern auch so weich wie die Haut der Gegenseite. In einem 2. Operationsschritt wird dann der vollständig gefüllte Expander meist nach Überdehnung der Haut, damit ein möglichst weiches und lockeres Hautrelief entsteht, entfernt und gegen das endgültige, deutlich weichere und meist auch körpergerecht geformte Silikonimplantat ausgetauscht. Bei diesem 2. Operationsschritt kann ebenfalls eine Wiederherstellung der Brustwarze erfolgen. Meist ist auch eine anpassende Straffung der gegenseitigen Brust erforderlich. Ein Nach- oder je nach Blickwinkel auch Vorteil der Implantataufbauten ist nämlich, dass eine hängende Brust damit nicht zu erzeugen ist. Insofern ist meist eine Anpassung der anderen Brust, die häufig bereits eine leicht hängende Tendenz hat, erforderlich. Insgesamt entsteht ästhetisch eine besser geformte und positionierte Brust beiderseits, als sie vor der Operation bestanden hat. Die Nachteile des Verfahrens bestehen darin, dass die Implantate zwar heute von langer Haltbarkeit sind, jedoch nicht jeder Körper mit dem implantierten Fremdkörper klar kommt und sich um das Implantat herum eine fester werdende Kapsel bildet, die u. U. zur Verformung des Implantates oder gar zu Schmerzen führen kann. Dann ist allerdings immer noch die Eigengewebewiederherstellung als 2. Verfahren möglich.

Kombination aus Eigengewebe und einem Implantat

Das 3. grundsätzliche Verfahren der Brustwiederherstellung besteht in einer Kombination aus beiden oben genannten. Dies ist in der Regel bei der Verwendung des großen Rückenmuskels (M. latissimus dorsi) notwendig. Der Muskel selbst mit der darüber liegenden Hautinsel weist in aller Regel nicht genug Volumen auf, um eine ausreichend große Brust wiederherzustellen. Der Lappen alleine kann nur bei sehr kleinen Brüsten verwendet werden, ansonsten wird er mit einem zwischen Brust und Rückenmuskel eingelegten kleineren Silikonimplantat ergänzt. Bei diesem Verfahren wird zunächst in Seitenlage der Rückenmuskel meist mit einer Hautinsel gehoben und komplett unter dem Arm hindurch nach vorne verlegt. Wichtig ist hierbei, dass die Ansätze des Muskels, also seine Festwachsstellen am Körper, komplett abgelöst werden und zudem der versorgende Nerv ebenfalls komplett durchtrennt wird. Der Muskel darf letztendlich nur noch an der versorgenden Arterie und der entsorgenden Vene gestielt sein. Dann wird er nach vorn geschwenkt und in die Brust eingepasst. Unterhalb des Muskels und oberhalb des Brustmuskels wird dann das Silikonimplantat in entsprechender Größe positioniert. Dieses ist dann nach außen sehr gut durch den Rückenmuskel und nach unten durch den Brustmuskel abgedeckt. Hierin liegt auch der wesentliche Vorteil des Verfahrens, abgesehen von seiner schnellen und sicheren Durchführbarkeit. Die Operation hat aber auch den Nachteil, dass man eine einseitige Narbe im Bereich des Rückens zurückbehält und zusätzlich prinzipiell auch den Nachteil der möglichen Verkapselung des Implantates behält. In der Regel wird es nur noch dann angewandt, wenn die anderen Verfahren nicht mehr durchführbar sind, bzw. gescheitert sind.

Die Brustwarzenwiederherstellung

ist ein oft gefragtes Kapitel in den Patientengesprächen. Wiederhergestellt werden muss natürlich die optische Brustwarze, die zusätzlich von einem entsprechend farbangepassten Warzenhof umgeben sein sollte. Dieser soll in Form und Größe etwa der Gegenseite entsprechen. Die Wiederherstellung der Brustwarze ist eine plastische Operation, da es sich hier um ein dreidimensionales Gebilde handelt. In der Regel wird hierzu die so genannte Skate-flap-Technik oder andere kleine Lappentechniken verwendet, um eine regelrechte Brustwarze aus eigenem Gewebe zu formen. Die Umgebung wird dann meist mit etwas dunklerer Haut transplantiert oder evtl. später auch in der entsprechenden Farbe der Gegenseite tätowiert. Eine solche Operation sollte immer in ohnehin notwendiger anderer Operation integriert werden oder später als Einzeleingriff ambulant durchgeführt werden. Das ideale Ergebnis ist erreicht, wenn die wiederhergestellte Brust in Form, Größe, Position und Farbe des Brustwarzenhofgebietes fast erreicht der Gegenseite entspricht.

Die Gegebenheiten entscheiden

Damit sind die wesentlichen Verfahren der Brustwiederherstellung knapp erläutert. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht natürlich nicht, Eine ausführliche Beratung sollte in jedem Fall einer Operation bzw. der Entscheidung für eines der Verfahren vorausgehen. Plastisch ästhetische Chirurgen in ganz Deutschland haben sich nur auf die Wiederherstellung der Brust spezialisiert und überlassen den onkologischen und gynäkologischen Kollegen die qualifizierte Behandlung der Grunderkrankung bzw. des Brustkrebses einschließlich erforderlichen Nachbehandlung. Ganz allgemein wird heute empfohlen, zunächst die komplette Primärbehandlung des Krebses abzuschließen, dann erst nach körperlicher Erholung mit der Wiederherstellung der Brust zu beginnen. Die früher empfohlene Sofortrekonstruktion ist aufgrund einer deutlich höheren Komplikationsrate heute eher ins Hintertreffen geraten. Nach den so genannten brusterhaltenden Therapien, kurz BET, die heute in einem Umfang von 60 bis 80% der Frauen mit Brustkrebs angewandt werden, bestehen oft erhebliche Form- und Größendifferenzen der Brust. Hier ist es nicht selten erforderlich aufwendige plastische Korrekturen vorzunehmen, um eine adäquate symmetrische Brust zu erzeugen. Zu diesen Methoden gehört die tumorangepasste Brustverkleinerungs-Operation der betroffenen und der Gegenseite. Unter Umständen müssen mit kleinen speziell geformten Implantaten und mit der Verlagerung von Gewebe größere Defekte in einer Brust wieder ausgeglichen werden. Auch hier kann Ihnen der erfahrene plastische Chirurgie die ideale Lösung für Ihr Problem anbieten. Wir beraten Sie gerne individuell über die Fülle der heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.

Kosten der Behandlung

Und der Preis?

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